„Das Kloster Loccum –
das war einmal die Hölle“

Hexenverbrennungen im Kloster Loccum
Herausgegeben von Hartwig Hohnsbein
2018 · 60 Seiten · zahlr. Abb. u. Dokumente
Schutzggebüühr € 2,50

Aus dem Inhalt:

Hexenverbrennungen im Kloster Loccum
Eine Dokumentation

Das Kloster Loccum, etwa 50 km nordwestlich von Hannover gelegen, hat eine Geschichte von fast 855 Jahren, in der es lange Zeit ein „Kaiserlich Freies Reichsstift“ gewesen war und dadurch das wohl kleinste lutherische „Geistliche Fürstentum“ Deutschlands. Zum 850. Gründungsjubiläum 2013 sah der gegenwärtige Abt die Geschichte des Klosters als eine „Wegstrecke voller Wunder“.

Allerdings: Als „Geistliches Fürstentum“ besaß es die „Halsgerichtsbarkeit“, wodurch im Namen des Abtes und des Konventes im 17. Jahrhundert die Todesstrafe exzessiv verhängt und vollstreckt wurde, und zwar dadurch, dass das Kloster zu einem Zentrum der Hexenprozesse in Niedersachsen wurde. Es gab hier mindestens 54 Verfahren wegen „Hexerei“, durch die 33 unschuldige Menschen zu Tode kamen, zumeist auf dem Scheiterhaufen vor den Klostermauern. Hauptantreiber dazu war in den Jahren 1628 bis 1638 der lutherische Pastor Heinrich Rimphoff aus der Stiftsgemeinde Wiedensahl, der es später noch in höchste Kirchenämter bringen sollte.

Im Jubiläumsjahr 2013 war eine „soziale Rehabilitation“ der Opfer, wie sie inzwischen in etlichen Kommunen ausgesprochen wurde, nicht vorgesehen. Deshalb richtete der Herausgeber im September 2012 und dann noch einmal im November 2012 an die Klosterleitung eine nichtöffentliche Anfrage, ob an eine solche Rehabilitation gedacht sei – ohne je eine Antwort zu erhalten. Auf einen Offenen Brief in derselben Angelegenheit, nun gemeinsam mit dem Arbeitskreis Hexenprozesse, antwortete Abt Horst Hirschler: „Rehabilitation ist Quatsch“ (so in der Nienburger Kreiszeitung vom 2. Juli 2013), und über die Bild-Zeitung Hannover vom 21. Juni 2013 ließ besagter Abt die Öffentlichkeit wissen, schon die Bitte darum sei eine „Unverschämtheit“.

Deshalb erfolgte schließlich eine Eingabe des Herausgebers zur „Rehabilitation der Opfer der Loccumer Hexenprozesse“ am 4. Juli 2014 an die Synode der ev.-luth. Landeskirche Hannovers, der der Kirchensenat am 5. Mai 2015 auch stattgab.

Die Dokumente zu den Vorgängen werden hier in einer zweiten, leicht überarbeiteten Auflage vorgestellt.

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