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Susanne Abel
Bremer Schausteller 1945–1985
Zum Wandel von Arbeit und Leben
Beiträge zur Volkskunde in Niedersachsen 2
1988, 107 Seiten · 25 Abb. · Pb. € 12,00
ISBN 978-3-926920-01-0

 
 


Schausteller – wie sie leben, was sie denken, wer sie sind
Zur Situation einer oftmals verkannten Berufsgruppe

Etwa 160 Millionen Menschen besuchten in der Saison 1982 die rund 6000 größeren Volksfeste in der Bundes­republik, d.h. jeder Bundes­bürger besuchte – zumindest statistisch – annähernd dreimal ein solches Fest.

Volksfeste nehmen einen festen Platz in unserer Gesell­schaft ein, ihre Bedeu­tung reicht weit über die der Belusti­gung und Unter­hal­tung hinaus. Familien, Vereine, Betriebe, Städte, Fremden­verkehrs­vereine und die Wirt­schaft partizi­pieren jeweils auf ihre Weise an den als Insti­tution etablierten Festen für das Volk.

Dieses Buch will einen Blick hinter die Kulissen der aufgrund fehlender Informa­tionen noch immer mit Vorur­teilen konfron­tierten Gruppe der Schau­steller gewähren. Susanne Abel beschreibt ausgewählte Aspekte des Berufs- und Familien­lebens von Schau­stellern während der letzten 40 Jahre, beleuchtet ihre wirtschaft­liche und soziale Lage ebenso wie Schul­besuch und Ausbil­dung, Ausein­ander­setzung mit den Behörden sowie ihr Verhältnis unterein­ander und zu der Konkur­renz der Freizeit­industrie. Sie zeigt, auch mit Hilfe histo­rischer Aufnah­men, den Wandel von Arbeit und Leben in diesem Berufs­zweig auf.

Die Autorin hat für ihre Arbeit u.a. 25 Interviews mit Einzel­personen und Familien geführt, wobei sie auf eine Tonband­aufzeich­nung verzich­tete. Sie sieht diese Befra­gungen als soziale Inter­aktion, wobei sie die erhal­tenen Infor­mationen verarbei­tete und dann weiter verwen­dete. Auf diese Weise ist sehr komplexes Material zusam­men­gekom­men, das Einblicke in persön­liche Schicksale ermög­licht. Ihre am Beispiel Bremens gewon­nenen Erkennt­nisse geben einen faszi­nieren­den Einblick in das für Außen­stehende oftmals exotisch anmu­tende Gewerbe.