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„Das alles bin ich“
Ein Projekt kommunaler
emanzipatorischer Mädchenarbeit

Hrsg. v. Ila Brix-Leusmann,
Ulla Lüthje und Bärbel Kern
Mit einem Vorwort von Sigrid Häfner
1992, 104 Seiten · 33 Abb. · Br. € 17,00
ISBN 978-3-926920-06-5

 
 


„Das alles bin ich“
Emanzipatorische Mädchenarbeit in einem Jugendprojekt

Dieses Buch wendet sich insbesondere an Erzieher, Sozial­päda­gogen, Sozial­wissen­schaftler und in der kommu­nalen Jugend­arbeit Tätige.

Gelingendes Handeln mit andern ist immer auch ein Verhandeln über Identitäts­entwürfe, und das Aushandeln von Rollen­erwar­tungen und Identitäts­entwür­fen bildet Identität. Anderer­seits stößt das Indivi­duum, wie immer es seine Hand­lungen planen mag, in der Inter­aktion mit anderen stets auch auf Diskre­panzen und mangel­hafte Bedürfnis­befriedi­gung. Selbstver­ständnis und Rollen­verhalten von Mädchen und Jungen, von Frauen und Männern greifen inein­ander wie die Teile eines Puzzles. Wird ein Teil verändert, muss auch das andere neu zuge­schnitten werden, wenn ein neues Ganzes daraus entstehen soll.

In dem hier vorgestellten Göttinger Fotoprojekt „Das alles bin ich“ erfuhren sich Mädchen durch das Medium der Fotografie. Eine Jugend­pflegerin, die das Spektrum von Theorie über Strategie bis zur Praxis beherrscht; eine Fotografin mit pädago­gischer Ausbil­dung und Leiden­schaft und eine Wissen­schaft­lerin mit dem Anspruch, praxis­relevante Theorie zu betreiben, begleiteten es.

Brix-Leusmann S.54Die Sozialpädagogin Ila Brix-Leusmann initiierte die Mädchen­gruppe im Göttin­ger Jugend­zentrum „Holten­ser Berg“. Ihr Beitrag „Auf die Dauer hilft nur Power“ ist – mit einem Seiten­blick auf die gesetz­lichen Rah­men­bedin­gungen – eine kriti­sche Be­stands­auf­nah­me jun­gen­domi­nierter Jugend­arbeit am Rande einer Groß­stadt. Ila Brix-Leus­mann war in der Er­wach­senen­bil­dung tätig und befasste sich in den Jahren 1982–1990 mit ge­mein­wesen­orien­tier­ten Kon­zep­ten der Kin­der- und Ju­gend­arbeit im Ju­gend­amt der Stadt Göttin­gen. Seit 1990 ist sie Lei­terin des Stadt­jugend­amtes in Wesel.
Die Fotografin und Schul­päd­agogin Ulla Lüthje reali­sierte das Foto­pro­jekt und begle­itete die prak­tische Arbeit. Ihre Beschrei­bung reflektiert zugleich die Bedin­gungen, die geschaffen werden müssen, um emanzi­patorische Mädchen­arbeit in die Tat umsetzen zu können. Ulla Lüthje machte sich u.a. durch verschie­dene Fotoaus­stellun­gen einen Namen.
In ihrem Beitrag „Setze dich durch, indem du dich unterwirfst“ versucht Bärbel Kern in einer soziolo­gisch-histo­rischen Analyse eine theore­tische Einord­nung; ihre kritische Ausein­anderset­zung mit der Koedu­kation und mit dem „Kultur­muster des Geschlechter­verhält­nisses als Bezie­hungs­falle“ spiegelt sie mit den praktisch gewon­nenen Erfah­rungen der an diesem Projekt betei­ligten jungen Frauen.
Die promovierte Sozial­wissen­schaft­lerin ist Sozio­login am Fach­bereich Erziehungs­wissen­schaften der Univer­sität Göttin­gen und in der Lehrer­fortbil­dung tätig. Seit Herbst 1991 ist sie Referentin für die Bereiche schulische und beruf­liche Bildung, Jugend und Frauen, Medien, Kultur und Wissen­schaft im Verbin­dungs­büro des Landes Nieder­sachsen bei den Europäi­schen Gemein­schaften.
Sigrid Häfner schrieb das Vorwort zu diesem Band. Die ehe­malige Frauen­beauf­tragte der Stadt Göttingen ist seit 1991 Frauen­referen­tin der Evange­lischen Kirche in Deutsch­land (EKD).

Eine vergleichbare Arbeit kritisch-emanzi­patori­scher Mädchen­arbeit in einem Praxis­projekt mit wissen­schafts­theoreti­scher Einord­nung gab es bisher noch nicht.

 

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