Übergänge
Studenten aus der ehemaligen DDR
berichten über ihren Studienbeginn
in der Bundesrepublik

Hrsg. v. Gudrun Schwibbe
Göttinger Beiträge zu Politik und Zeitgeschichte 1
1991, 185 Seiten · Pb. € 14,00
ISBN 978-3-926920-09-6

 
 


Ein Buch zur Wende
Übergänge

„Das Politische, das war so das Salz aufs Ei. Aber nicht das Ei“ (Gerit aus Sonders­hausen, 22, Medizin) – „Ich hab gedacht, das Beste ist ’n Schluß­strich und neu anfangen“ (Antje aus A., 25, Medizin) – „Alles bloß Pleiten, Pech und Pannen“ (Ines aus Magdeburg, 25, Studien­wunsch: Medizin – „Mein Zuhause war eben nicht hier, wo ich geboren wurde, sondern wo ich mich wohlfühlte. Das war eigentlich immer nur dort, in der DDR“ (Jörg aus Marburg / Leipzig, 26, Zahnmedizin).

Mit der Öffnung der deutsch-deutschen Grenze am 9. November 1989 hatten die Bürger der DDR nach Jahr­zehnten erstmals wieder die Mög­lichkeit, ohne Beschrän­kungen in die Bundes­republik reisen zu können. Tausende nutzten die neue Reise­freiheit nicht nur zu Besuchs- oder Einkaufs­fahrten, sondern trafen auch die Entschei­dung, durch Über­sied­lung in den Westen einen neuen beruflichen Anfang zu machen. Zu dieser Personen­gruppe, für die die Grenz­öffnung eine neue Lebens­perspek­tive bot, gehörten auch viele Studenten.

13 Studentinnen und Studenten aus der ehemaligen DDR berichten über ihre Erfah­rungen, nach der deutsch-deut­schen Grenz­öffnung ein Studium „im Westen“ zu beginnen. Sie berichten über ihre persönliche Entwick­lung, über die Lebens­bedin­gungen in Ost und West, über Vorurteile, Zukunfts­pläne und vieles andere mehr.

Die Psychologin und Volks­kund­lerin Gudrun Schwibbe, Jahrgang 1952, hat in struktu­rierten Inter­views die Sorgen und Erwar­tungen junger Menschen aufge­zeichnet, die keineswegs nur begeistert die Seiten gewechselt haben, sondern auch aus der Resig­nation heraus, im eigenen Land nichts bewirken zu können.

„Ein Großteil der faszinierenden Wirkung der Texte beruht auf ihrer Sprache. Gudrun Schwibbe hat dankens­werter­weise die gespro­chene Sprache der Inter­views weitgehend beibe­halten. [...]
geben die veröffent­lichten Gesprächs­protokolle eine interes­sante Reflexion deutsch-deut­scher Wirk­lichkeit, denn die jungen Frauen und Männer verglei­chen sehr bewußt ihr früheres Lebens­umfeld mit dem jetzigen.“
Esther Gajek, Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde