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Thomas Nagel
Die Fabrikarbeiter
im Standardwerk Bevensen

Werksgeschichte und
Arbeiterkultur 1945–1967

Beiträge zur Volkskunde in Niedersachsen 10
1996, 112 Seiten · 13 Abb. · Pb. € 14,00
ISBN 978-3-926920-18-8

 
 


Historische Arbeitsbedingungen und Arbeiterkultur
Die Fabrikarbeiter im Standardwerk Bevensen

Die sozialpolitische und ökono­mische Entwick­lung in der Bundes­republik Deutsch­land hat in erheb­lichem Maße die Lebens­weise der Industrie­arbeiter­schaft verändert; als das Elend der Nach­kriegs­zeit über­wunden war, verbes­serten sich die mate­riellen Verhält­nisse der Arbeiter­schaft zusehends.

Nagel S.103Vor diesem historischen Hinter­grund beleuchtet der Autor die Arbeits­bedingun­gen in der Land­maschinen­fabrik „Stan­dard­werk Bevensen“. Dieses tradi­tionell geführte Unter­nehmen in der Lüne­burger Heide ging am Ende des 19. Jahr­hun­derts aus einer Schmiede hervor; mehr als 200 Beschäftigte, zumeist Fach­arbeiter, arbei­teten dort in der Nach­kriegs­zeit.

Die exemplarische Unter­suchung verdeut­licht Konflikte am Arbeits­platz und die Auswir­kungen verfehlter Personal­politik der Unter­nehmer. Inter­views mit ehema­ligen Arbei­tern des Standard­werks sind ein beredtes Beispiel dafür, dass die in der zeit­geschicht­lichen Studie geschil­derten Vorfälle nicht so weit von den heutigen Proble­men in der Arbeits­welt entfernt sind.

Der Autor zeigt eindrucks­voll auf, wie neben der tech­nischen auch die „Moder­nisie­rung der Sozial­bezie­hungen“ scheitert, indem die Führung des Unter­neh­mens nicht bereit ist, die eintre­tenden sozialen Verän­derun­gen ebenfalls nach­zuvoll­ziehen, so dass das Standard­werk Bevensen schließ­lich dem wirt­schaft­lichen Ruin entgegen­geht.