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Silke Buchhagen
Leben zwischen Existenzbedrohung
und Wohlstand

Göttinger Lederhandwerker
im 18. und 19. Jahrhundert

Beiträge zur Volkskunde in Niedersachsen 11
1997, 268 Seiten · 15 Abb. · Pb. € 19,00
ISBN 978-3-926920-20-1

 
 


Zwischen Existenzbedrohung und Wohlstand
Über die Ledery im 18. und 19. Jahrhundert

Mit den ökonomischen und sozialen Verhält­nissen der Hand­werker im 18. und 19. Jahr­hundert befasst sich dieses Werk. Sie spiegeln ein breites Spektrum zwischen Existenz­bedro­hung und Wohl­stand wider. Hinter einer einheit­lichen histori­schen Berufs­bezeich­nung verbarg sich die wirt­schaft­liche Not des Allein­meis­ters ebenso wie die Pros­perität des angese­henen Besitzers eines hand­werk­lichen Groß­betriebes.

Am Beispiel der Göttinger Leder­hand­werker im 18. und 19. Jahr­hun­dert stellt die Autorin in einer quanti­fizieren­den Unter­suchung diese Hetero­genität der sozialen und wirt­schaft­lichen Lage sowohl zwischen den verschie­denen Gewerbe­zweigen als auch inner­halb der Berufs­grup­pen im zeitlichen Wandel dar. Zugleich wird nach den Ursachen für diese unter­schied­lichen Lebens­verhält­nisse gefragt. Welche Möglich­keiten hatte der Einzelne, innerhalb des Hand­werks zu einer wirt­schaft­lich erstre­bens­werten Position zu gelangen?

Die Autorin macht deutlich, dass die Art der jewei­ligen hand­werk­lichen Produk­tions­weise eine bedeutende Rolle spielte. Auch der Einfluss weiterer Rahmen­bedin­gungen, wie z.B. die Gewerbe­verfas­sung, wird untersucht. Wie auch die wirt­schaft­liche Lage der Her­kunfts­familie von Hand­werkern zentrale Bedeutung für Berufs­wahl, Qualifi­kations­möglich­keiten und damit auch für die Aussicht auf wirt­schaft­lichen Erfolg einnahm, wird anschau­lich belegt.

Mit der Wahl einer Univer­sitäts­stadt als Unter­suchungs­gebiet stellt sich zudem die Frage nach den spezifi­schen Bedin­gungen des Marktes. Welche Folgen hatten die Univer­sitäts­grün­dung und das mit den Studenten und Profes­soren in die Stadt kommende Kunden­potential für die wirt­schaft­liche Situation? Anhand typischer Fallbei­spiele, die die unter­schied­lichen Lebens­verläufe ausge­wählter Hand­werker illustrieren, zeigt die Autorin die Vielzahl von inein­ander greifenden Faktoren auf, die die wirt­schaft­liche und soziale Lage des einzelnen bestimmten.