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Henrike Hampe
Zwischen Tradition und Instruktion
Hebammen im 18. und 19. Jahrhundert
in der Universitätsstadt Göttingen

Beiträge zur Volkskunde in Niedersachsen 14
1998, 186 Seiten · 25 Abb. · Pb. € 17,00
ISBN 978-3-926920-23-2

 
 


Zwischen Tradition und Instruktion
Hebammen: Von der Berufung zum Beruf

Ein reiner Frauenberuf war die Geburts­hilfe vor noch nicht allzu langer Zeit. Mitte des 18. Jahr­hunderts jedoch begann sie sich zu einer männlich domi­nierten, medizini­schen Wissen­schaft zu entwickeln. So über­nahmen 1751 Ärzte den Unter­richt für Hebam­men und Medizin­studen­ten am Göttinger Entbin­dungs­hospital und läuteten damit eine neue Zeit ein. Wie aber erging es den Hebam­men in dieser Zeit?

Zwei Merkmale prägten die Phase des „traditio­nalen Berufs“ vor allem: das Einsetzen eines regu­lären Heb­ammen­unter­richts und die Entste­hung der wissen­schaft­lichen Geburts­hilfe. Auf der Suche nach den Anfängen beider Entwick­lungen gelangt man unwei­ger­lich in die Uni­versi­täts­stadt Göttin­gen. Hier nämlich befand sich der erste akade­mische Lehrstuhl für Geburts­hilfe, und zugleich wurde mit ihm 1751 auch eine der ersten deut­schen Hebam­men­schulen ins Leben gerufen.

Hampe S.124Weitere Kennzeichen des Unter­suchungs­zeit­raums sind die offizielle Anstel­lung der Geburts­helfe­rinnen durch die Obrig­keit, denn zuvor war dies eine reine Frauen­ange­legen­heit, sowie die Tatsache, dass ihre Tätig­keit keines­wegs ein tages­füllen­der Beruf mit festen Arbeits­zeiten war.

Ausführlich widmet sich die Autorin diesen vier Faktoren, und zeigt auf, welche Frauen diesen unge­wöhn­lichen Beruf ergrif­fen, was sie mit ihrer Entschei­dung auf sich nahmen und wie ihr Leben im Dienst an anderen Frauen verlief. Die Studie spürt die Span­nung zwischen offizieller Darstel­lung und tatsäch­licher Ent­wick­lung auf und entdeckt so ein Stück verges­senen Frauen­lebens.