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Christian Volmari
Vernakulare Fotografie
zwischen analogen und digitalen Gebrauchsweisen

Göttinger kulturwissenschaftliche Studien 8
2012, 110 Seiten · Pb. € 17,00
ISBN 978-3-926920-49-2

 
 


Vom Umgang mit der Fotografie im Zeitalter der Digitalisierung

Seit ihrer Popularisierung im ausge­henden 19. Jahr­hundert ist die Foto­grafie ein stän­diger Beglei­ter unserer Alltags­kultur. Sie ist dabei, wenn wir in den Urlaub fahren, wenn wir arbeiten und wenn wir krank machen. Sie ist zu Gast auf unserem acht­zehnten Geburts­tag, auf unseren Hoch­zeiten und Beerdi­gungen. Sie weiß, wie wir uns kleiden, wie wir wohnen und wo wir unsere Abende verbringen. Sie weiß heute mehr als jemals zuvor und doch spielt sie in den empi­rischen Kultur­wissen­schaften, die sich eben jener Alltags­kultur verschrie­ben haben, nur eine recht unbe­deu­tende Neben­rolle.

FotoapparatIm frühen 21. Jahr­hundert, mit seinen Smart­phones und Sozialen Netz­werken, seinen Speicher­karten und Clouds, ist die Alltags­relevanz des fotogra­fischen Bildes evidenter denn je. Die Ver­schmel­zung von Speicher- und Kom­munika­tions­medien im digitalen Zeit­alter erübrigt nicht nur einige lang­gediente medien­theore­tische Para­digmen, sondern auch inten­tionale und hand­lungs­prak­tische Kate­gorien, die unseren Umgang mit dem foto­grafi­schen Medium lange Zeit entschei­dend geprägt haben.

Die vorliegende Arbeit reflektiert diesen Wandel. Auf Basis von ethno­grafischen Inter­views werden die Ge­brauchs­weisen der Foto­grafie im Span­nungs­feld zwischen analogen und digitalen Techno­logien verortet. Die Digitali­sierung des foto­grafi­schen Mediums dient dabei nicht als Aus­gangs­punkt, sondern vielmehr als Hinter­grund der Analyse, vor dem sich die sozialen Funk­tionen des Bild­gebrauchs und die Inten­tionen der Akteure in all ihrer Dynamik darstellen lassen. Nicht die Verän­derun­gen in der Medien­nutzung stehen im Fokus, sondern der Quer­schnitt durch die foto­grafi­sche Praxis, der Blick auf verna­kulare Foto­grafie gerade zwischen analogen und digitalen Gebrauchs­weisen.

 

Aus dem Inhalt:

Die Fotografie als Gegen­stand der Forschung · Die Gegen­stände der Volks­kunde · Alltag und Technik · Analoge und digitale Gebrauchs­weisen · Fotografie und Erinne­rung · Bewah­rung und Vergegen­wärti­gung · Nach­erleben von emotio­nalen Erfah­rungen · Nachvoll­ziehen des eigenen Lebens · Foto­grafie als externes Gedächtnis · Erzählen mit Foto­grafien · Visuelle Selbst­darstel­lung · Analoge und digitale Bilder · Vernetzte Öffent­lichkei­ten und die Reich­weite der Bilder